„Legal“ Highs? – Zur Strafbarkeit des Verkaufs von Hanfblütentee mit niedrigem THC-Gehalt

17.02.2020, Nicole Wartenphul

Der Handel mit Hanfprodukten boomt. Während jedoch regelmäßig Klarheit besteht über die Illegalität des Erwerbs von „Drogen“ an sich, z.B. sog. Joints, werden andere Produkte teils als „gesellschaftsfähig“ angeboten. In einem Fall des Landgerichts Braunschweig hat das Gericht dem nun einen Riegel vorgeschoben.

So wurden Betreiber einer sog. „Hanfbar“ wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu Freiheitsstrafen, welche jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurden, verurteilt, weil sie Gläser, in denen sich 2 Gramm bzw. 5 Gramm unverarbeitete Cannabisblüten- und -blätter befanden, in einem Ladengeschäft an Endverbraucher verkauften.

Obwohl der jeweilige Gehalt des berauschenden Wirkstoffs THC im niedrigen Bereich anzusiedeln war, konnte durch entsprechende Sachverständigengutachten nicht ausgeschlossen werden, dass durch den Konsum des „Hanfblütentees“ je nach Art des Konsums ein Rauschzustand hervorgerufen werden kann.

Daher sollte sowohl bei dem (Ver)(K)auf von entsprechenden Hanfprodukt besonders genau geprüft werden, ob ggf. eine Strafbarkeit in Betracht kommt. Andernfalls kann die geplante Entspannung mit dem Hanfblütentee schnell in heller Aufregung aufgrund der Einleitung eines Strafverfahrens enden…

Nicole Wartenphul

Rechtsanwältin